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Vitamin B1: unentbehrlich für den Energiehaushalt und das Nervensystem

do 06 apr 2017

Vitamin B1 bzw. Thiamin wurde zum ersten Mal im Jahr 1897 in Reisstärke entdeckt. Es wird deshalb auch manchmal Anti-Beriberi-Vitamin genannt. Beriberi oder Skorbut, eine kardiovaskuläre oder neurologische Erkrankung, trat früher vor allem in asiatischen Ländern auf, in denen die Ernährung aus poliertem Reis bestand. Erst im Jahr 1936 wurde die chemische Struktur entschlüsselt (Abbildung 1) und wurde Vitamin B1 zum ersten Mal hergestellt. Die industrielle Produktion findet mit Hilfe von Fermentationsprozessen statt.

Vitamin B1 wird im Körper in das Coenzym Thiaminpyrophosphat umgewandelt. Dieses ist an drei Prozessen im Stoffwechsel beteiligt: an der Glykolyse (Glucoseabbau) in Leber und Muskeln, am Citratzyklus (Umwandlung von Brenztraubensäure zu Milchsäure) und am Pentosephosphatzyklus (Bildung von NADPH). Vitamin B1 spielt also eine wesentliche Rolle im Kohlenhydratstoffwechsel und damit bei der Freistellung von Energie. Indirekt hat es dadurch auch eine leberunterstützende Wirkung.

Zusätzlich ist Thiaminpyrophosphat an der Synthese von Lipiden und von Acetylcholin im Nervengewebe beteiligt. Ein Mangel wird daher oft mit neurologischen Erkrankungen in Verbindung gebracht. Bei Schweinen werden Störungen des Nervensystems beobachtet. Bei jungen Küken, Kälbern und Lämmern führt ein Vitamin B1-Mangel zu geschwächten Muskeln und Muskelkrämpfen, wodurch die sogenannten Sterngucker entstehen.

Abbildung 1: Strukturformel von Vitamin B1 bzw. Thiamin.



Figuur 1 Structuurformule

 

  

 

 

Vitamin B1 wird in der Regel standardmäßig den Vormischungen für monogastrische Tiere (Schweine, Geflügel, Pferde, Heimtierfutter, Milchaustauscher) zugesetzt. Darüber hinaus wird es durch Fermentation im Pansen (Wiederkäuer) und/oder im Dickdarm gebildet. Für junge Wiederkäuer, bei denen der Pansen noch unterentwickelt ist, empfiehlt Twilmij die Zugabe von Vitamin B1.

Vitamin B1 ist bei einem niedrigen pH-Wert (< 5) stabil. Bei höheren pH-Werten ist es leicht empfindlich gegenüber hohen Temperaturen in Kombination mit Feuchtigkeit. Es ist außerdem bekannt, dass Vitamin B1 in Gegenwart bestimmter Substanzen, wie z. B. Natriumhydrogensulfit und Tanninen, oxidationsempfindlich ist. Für spezifische Anwendungen bietet Twilmij daher eine fettbeschichtete Formulierung.

Twilmij arbeitet mit 2 Formulierungen (Salzen von Thiamin), von denen jede 98 % Vitamin B1 enthält: Thiaminmononitrat und Thiaminhydrochlorid. Thiaminhydrochlorid besteht aus kleinen Kristallen und ist sehr gut löslich. Thiamin-HCl ist demnach für die wasserdispergierbaren Vormischungen wie Milchaustauscher geeignet. Thiaminmononitrat besteht aus größeren granularen Salzkristallen. Obwohl diese etwas schlechter löslich sind, sorgt diese Struktur jedoch für zusätzliche Stabilität.

In der EU-Gesetzgebung ist Vitamin B1 unter der Registrierungsnummer 3a821 registriert. Auf diese Weise ist dieses Vitamin auch als Nährstoff in unseren Spezifikationen und auf unseren Etiketten vermerkt.

Für weitere Informationen über die Anwendung von Vitamin B1 oder unsere Empfehlungsstandards können Sie einen unserer Tierernährungsfachberater kontaktieren.